Coming-out Geschichten Teil 1
... und plötzlich gab es SIE

Coming-out 1Patricia Kay Parker (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit IsaRion.com

... und plötzlich gab es SIE

Coming-out-Erzählungen von Frauen mit heterosexueller Vergangenheit

 

 

 

Broschiert; BoD GmbH (22. Juli 2008)
168 Seiten
ISBN: 978-3-8370-2601-6
Preis: 14,90 Euro

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Klappentext


... und plötzlich gab es SIE und die Gefühle fuhren Achterbahn.
Zugleich das Empfinden, endlich im eigenen Leben angekommen zu sein, wie in keiner heterosexuellen Beziehung zuvor.
Doch darf das sein? Wie geht es weiter?


23 Frauen, die zuvor in Hetero-Beziehungen lebten, zum größten Teil Mütter, erzählen ihren Weg des Erkennens ihrer Liebe zu Frauen bis zu ihrem ganz persönlichen Coming-out.


Ein Buch zum Mut machen. Geschichten, die stärken, die Liebe zuzulassen, die neue Lebenssituation anzunehmen und den eigenen Weg zu gehen.



Leseprobe


Mein Weg
von Taka-Tuka

Das Leben ist für mich wie ein Weg und jeder Schritt auf diesem Weg, auch wenn er nicht immer gerade verläuft, führt uns letztendlich zum Ziel. Es gibt Zeiten im Leben, da kennen wir unseren Weg, und es gibt Zeiten, da verlaufen wir uns. Es gibt Momente, da stehen wir vor Abgründen, und manchmal enden wir in Sackgassen und müssen umkehren. Es gibt Augenblicke im Leben, wo wir an Kreuzungen stehen, wo es keinen Wegweiser gibt und wir entweder selbst entscheiden oder uns von anderen beeinflussen lassen, welche Richtung wir einschlagen. Manchmal stehen wir vor einem scheinbar unüberwindbaren Berg und manchmal geht es schneller abwärts, als uns unsere Füße tragen können. Manchmal tappen wir durch Nacht und Nebel und manchmal strahlt uns die Sonne direkt ins Gesicht. Einige Menschen begleiten uns ein Leben lang, andere verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Manche Menschen legen uns Steine in den Weg, manche Menschen tragen uns ein Stück, wenn wir allein nicht mehr weiter können. Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen Lebensweg. Das Folgende ist ein Abschnitt meines Weges.

Ich hatte meinen Mann aus Liebe geheiratet. Ich wollte mit ihm durch dick und dünn gehen bis ans Ende meiner Tage. Ich hätte mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen können, doch über die Jahre fühlte ich mich immer mehr vernachlässigt und immer mehr Risse taten sich auf. Der Alltag, seine Karriere und immer weniger Zeit, die er sich für mich und die Kinder nahm, nagten an mir. Dennoch suchte ich immer wieder seine Nähe, organisierte Wochenenden zu zweit und tat alles mir Erdenkliche, um unsere Beziehung aufrecht zu erhalten. Ich hatte das Gefühl, ich pustete in einen kaputten Ballon, und spürte, wie mir langsam die Luft ausging. Von außen waren wir immer noch eine glückliche Familie, doch tief in mir sah es anders aus. Ich hatte das Gefühl, eine vertrocknete Pflanze zu sein, die seit Jahren nicht mehr gegossen worden war.

Ich war vierunddreißig Jahre alt, seit dreizehn Jahren verheiratet und hatte zwei kleine Kinder, als ich sie das erste Mal sah. Ich begegnete ihr während einer Studienwoche. Etwas an ihr faszinierte mich. Unsere Blicke fanden sich immer wieder während der Vorträge. In der freien Zeit liefen wir uns immer wieder zufällig über den Weg. Ihre Blicke, ihr Lächeln, ihre versteckte Aufmerksamkeit und das Knistern zwischen uns waren aufregend und beängstigend zugleich. Die Woche verging wie im Flug. Wir tauschten E-Mail-Adressen und Telefonnummern aus und auf der Fahrt nach Hause konnte ich an nichts anderes denken als an sie. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Frau mich an eine Kreuzung führen würde, an der ich schon einmal gestanden hatte.

 
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